Digitalisierungsdialog “Gemeinsam voneinander lernen – offener Austausch regionaler Führungskräfte”

Digitalisierungsdialog “Gemeinsam voneinander lernen – offener Austausch regionaler Führungskräfte”

Am 21.01.2020 hat der mittlerweile zweite Digitalisierungsdialog in Kooperation zwischen den Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen und der Heiligenfeld GmbH in der KissVino Regionalvinothek stattgefunden.

Der Einladung folgten knapp 30 Teilnehmer, die mehr zu dem Thema “Gemeinsam voneinander lernen – offener Austausch regionaler Führungskräfte” erfahren wollten. Nach einer kurzen Begrüßung durch Stephan Greb, Geschäftsführer der Heiligenfeld GmbH und Sebastian Bünner, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen ging es auch schon in medias res:

Tobias Greissing vom Zentrum für Digitale Innovationen Würzburg (ZDI) sprach darüber wie Digitalisierung im Unternehmen eingeführt werden kann und welche Chancen, aber auch Herausforderungen, dies mit sich bringt. Für Unternehmen, die digitaler werden möchten, gab er die Empfehlung sich vorab bei den zuständigen Institutionen (z. B. dem ZDI) zu informieren. Dies sei in der Regel kostenlos, da vom Staat gefördert. Apropos Fördermöglichkeiten: Der sogenannte “Digitalbonus” wird regelmäßig vom Bayer. Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie an Unternehmen vergeben, die in die Digitalisierung investieren möchten. Bis zu 10.000 Euro kann man so als Fördergeld zu seinem Projekt erhalten.

Über Best practice Beispiele referierte Holger Fries, Geschäftsführer der Bitfire GmbH aus Bad Kissingen. Sein IT-Unternehmen begleitet Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen beim digitalen Prozess. Er gab das Beispiel, dass im 21. Jahrhundert erfolgreiche Unternehmen teilweise nur noch digital unterwegs sind – wie der weltweit größte Anbieter von privaten und gewerblichen Unterkünften airbnb, der selbst keine einzige Immobilie besitzt und dennoch einen Börsenwert von knapp 31 Mrd. US-Dollar vorweist. Aber so groß müsse man gar nicht denken, denn selbst der Friseur um die Ecke könne digital werden, in dem er seinen Kunden z. B. Online-Terminbuchungen anbiete.

Auch Thomas Höchemer, Geschäftsführer von Höchemer Bürokonzepte, gab einen Einblick in die Arbeit mit seinen Kunden. “You see is what you get “ – das sei der Kunde mittlerweile gewöhnt. So z.B. beim Bürostuhl-Konfigurator. Je nachdem welche Farben und Zusatzfeatures sich der Kunde wünscht, wird der individuell zusammengestellte Stuhl im Online-Shop angezeigt. Der Kunde kann sozusagen selbst designen und ist live beim Entstehungsprozess dabei. Zum Thema “Papierloses Büro” hat er eine interessante Verhaltensweise genannt, denn trotz E-Mail & Cloud wird dennoch vieles ausgedruckt, nicht zuletzt deshalb, weil der Arbeitnehmer “was in der Hand haben möchte”.

Über das brandaktuelle Thema “Arbeitszeiterfassung im Unternehmen” sprach Steffen Berger, Geschäftsführer bei der ZMI GmbH aus Elfershausen. Spätestens seit dem EuGH-Urteil im Mai 2019, welches besagt, dass jedes europäische Unternehmen ab einem Mitarbeiter eine digitale Zeiterfassung benötigt, sind auch die deutschen Unternehmen gezwungen sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Er meine so individuell jedes Unternehmen sei, so individuell sind auch die Anforderungen an die digitalen Prozesse dahinter – nicht nur bei der Zeiterfassung, sondern auch z. B. bei der Personaleinsatzplanung und beim Kundenmanagement.

Dank Vera Söder, Geschäftsführerin bei Metallbau Söder aus Oberthulba, konnten die Zuhörer einen direkten Einblick in ein Handwerksunternehmen aus der Region gewinnen, welches sich bereits digital komplett neu aufgestellt hat und somit eine Vorreiterrolle einnimmt. Aufgrund dieses Einsatzes ist das Unternehmen aktuell sogar für den Großen Preis des Mittelstands nomimiert. Söder meint, Digitalisierung ist richtig und wichtig, mahnt aber auch zum gesunden Umgang mit den digitalen Medien, um nicht in eine Überlastung zu kommen. Aktuell denke sie darüber nach, wie man eine papierlose Werkstatt umsetzen könne.

Im Anschluss konnten an den “Round tables” die Zuhörer in den direkten Austausch mit den fünf Referenten gehen, sodass hier individuelle Fragestellungen besprochen werden konnten.

In der Resumee-Runde, waren sich die Referenten und Zuhörer einig darüber, dass Digitalisierung ein stetiger Prozess sei und jedes Unternehmen die Chancen daraus nutzen solle, denn es war noch nie so einfach etwas in dieser Richtung zu tun. Nicht zuletzt wegen der finanziellen Fördermöglichkeiten, die es vom Staat kostenfrei dazu gibt.

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